Textauswahl für Gedichte & Sprichwörter


Texte für mittelgroße Poesiesteine (Kategorie II):

 1. Auch das ist Kunst ist Gottesgabe,
     aus ein paar sonnenhellen Tagen, sich so viel Licht ins Herz zu tragen,
     daß, wenn der Sommer längst verweht,
     das Leuchten immer noch besteht. 


 2. Unter freiem Himmel stehn
     und die weißen Wolken sehen,
     einfach Zeit vergessen lassen,
     fern von allen Menschenmassen
     tauchen in die Einsamkeit
     und genießen meine Zeit.


 3. Wünschelrute

     Schläft ein Lied in allen Dingen,
     Die da träumen fort und fort,
     Und die Welt hebt an zu singen,
     Triffst Du nur das Zauberwort.


 4. Grün ist der Jasminenstrauch
     abends eingeschlafen.
     Als ihn, mit des Morgens Hauch,
     Sonnenlichter trafen,
     ist er schneeweiß aufgewacht,
     "Wie geschah mir über Nacht?"
     Seht, so geht es Bäumen,
     die im Frühling träumen!


 5. Die Christrose

     In der schweigenden Welt,
     Die der Winter umfangen hält,
     Hebt sie einsam ihr weißes Haupt;
     Selber geht sie dahin und schwindet,
     Eh´ der Lenz kommt und sie findet,
     Aber sie hat ihn doch verkündet,
     Als noch keiner an ihn geglaubt.


 6. Die Rose

     Die volle Rose glüht so rein in sich beschlossen;
     In Duft ist ihr Gemüt, in Licht ihr Geist ergossen.
     Wer sich in sie vertieft, der sieht vollendet ganz
     Die Schöpfung, und es trieft die Welt von Gottes Glanz.


 7. An eine Rose

     Ewig trägt im Mutterschoße,
     Süße Königin der Flur,
     Dich und mich die stille, große;
     Allbelebende Natur.

     Röschen, unser Schmuck veraltet,
     Sturm entblättert dich und mich;
     doch der ewge Keim entfaltet
     Stets zu neuer Blüte sich!


 8. Die Rose, man sagt ihr nach, sie blühet auf,
     wenn der Sonne Strahlen sie erreichen.
     Es öffnet sich ihr Blätterdach,
     und läßt des Menschen Herz erweichen.
     Sie zeigt uns ihre wunderbare Pracht,
     drum bleibet hier und schauet nur,
     wie sie gedeiht und Freude macht.
     Auf das sie ewig weiterlebe!


 9. Du bist wie eine Blume
     so hold und schön und rein;
     ich schau´ dich an, und Wehmut
     schleicht mir ins Herz hinein.

     Mir ist, als ob ich die Hände
     aufs Haupt dir legen sollt´,
     betend, daß Gott dich erhalte
     so rein und schön und hold.


10. Wenn die Tage länger werden,
     Tritt in meinen Garten ein,
     Wo mit reineren Beschwerden
     Distel grüßt und wilder Wein.

     Laß die Blüten offenbaren,
     Was das Wirkliche, was Schein,
     Und wenn einmal Götter waren,
     Werden immer Götter sein.


11. Schenk Liebe den geringen Dingen,
     sie bleiben still an jedem Pfad,
     und froh beginnt mein Herz zu singen,
     weil Wunder es geschauet hat!


12. Gott kann sich unmöglich irren.
      Jeder Augenblick unseres Daseins,
      vom ersten bis zum letzten,
      ist sein unwiderrufliches Geschenk,
      jeder Augenblick unseres Lebens
      lebt von ihm,
      jeder Augenblick unserer Zeit,
      ist geborgen in seiner Ewigkeit.


13. Im Nebel ruhet noch die Welt,
      noch träumen Wald und Wiesen;
      Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
      den blauen Himmel unverstellt,
      herbstkräftig die gedämpfte Welt
      im warmen Golde fließen.


14. Abendständchen

     Hör, es klagt die Flöte wieder,
     und die kühlen Brunnen rauschen!
     Golden weh´n die Töne nieder,
     stille, stille, laß uns lauschen!
     Holdes Bitten, mild Verlangen,
     wie es süß zum Herzen spricht!
     Durch die Nacht, die mich umfangen,
     blickt zu mir der Töne Licht!


15. Wenn im Unendlichen dasselbe
     sich wiederholend ewig fließt,
     das tausendfältige Gewölbe
     sich kräftig ineinander schließt,
     strömt Lebenslust aus allen Dingen,
     dem kleinsten wie dem größten Stern,
     und alles Drängen, alles Ringen
     ist ewige Ruh´ in Gott dem Herrn. 

 
16. Willst du einen Tag glücklich sein,
     So betrinke Dich mit Wein.
     Willst Du ein Jahr glücklich sein,
     So baue Dir ein Haus.
     Willst Du ein Leben lang glücklich sein,
     So gestalte Deinen Garten.


17. Leise stille und ganz sacht
      fiel auf die Erde in der Nacht,
      weißer Schnee frisch und rein
      so schlich der Winter sich nun ein.
      Weiche Flocken vom Himmel schweben
      zärtlich neckend die Arme heben
      sanft einhüllen tausend berühren
      schmelzend versuchen Dich zu verführen
      So wirbeln viele weiße Flocken
      die voller Anmut zum Träumen locken.